Augenblicke der Besinnung

Im aufgesplitterten Leben von heute,
wo wir Gefahr laufen,
den Faden zu verlieren,
ist die Umarmung der Mutter wesentlich.
Es ist so viel Zersplitterung und Einsamkeit vorhanden:
Die Welt ist ganz vernetzt,
aber scheint immer uneiniger zu werden.
Da ist es nötig,
dass wir uns der Mutter anvertrauen.

Papst Franziskus













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Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2019 verliehen

Zum 30. Mal hat die Deutsche Bischofskonferenz heute (23. Mai 2019) den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis verliehen. Bei einem Festakt im Gebäude der Elbphilharmonie Hamburg übergaben der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart) und Weihbischof Robert Brahm (Trier), Vorsitzender der Jury des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises, die Preisträgerstatuette an den australischen Autor Steven Herrick und den deutschen Übersetzer Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn für ihren Jugendroman „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“. Steven Herrick erzählt darin die Geschichte des 14-jährigen Harry auf seinem Weg zum Erwachsenwerden, auf dem er auch mit dem frühen Tod der Mutter und einer guten Freundin konfrontiert wird. Die Jury hatte das Buch aus insgesamt 190 Titeln ausgewählt, die von 60 Verlagen eingereicht wurden.

In seiner Begrüßung hob Bischof Fürst die literarische Gestaltung des Romans hervor. Die Jury habe wieder ein außergewöhnliches Preisbuch ausgewählt: „Außergewöhnlich, da es selten Kinder- und Jugendbücher gibt, die in lyrischer Prosa verfasst sind.“ Das Buch verwehre sich einer strikten Chronologie. „Vielmehr setzen sich die einzelnen Episoden am Ende zu einem stimmigen Bild von Harrys Leben zusammen“, so Bischof Fürst weiter. Angesichts des Leides, das Harry erlebt, verwundere es nicht, dass sich der Junge auch mit der Frage nach Gott auseinandersetze: „Es war nicht Gott. Es war nicht Gott. Er war nicht da. Er war beschäftigt. Er war in einer anderen Stadt, meilenweit fort. Es war nicht Gott. Oder?“ Weihbischof Horst Eberlein (Hamburg) sagte in seinem Grußwort, er freue sich, dass dieser Literaturpreis in Hamburg vergeben werde: „Mit der Elbphilharmonie wurde ein würdiger, sehr passender Ort gewählt, um diesen Kulturpreis zu verleihen.“ Sie sei nicht nur ein Wahrzeichen der Stadt, sondern für das Erzbistum auch ein Kulturpartner für Projekte – beispielsweise das Leseförderprogramm für Grundschüler, so Weihbischof Eberlein.

In ihrer Laudatio auf den Preisträger Steven Herrick lobte die österreichische Germanistin Dr. Heidi Lexe die Komposition des Buches. Die Art, wie Herrick seine Geschichte erzähle, zeige, dass die Hauptfigur die Splitter ihres Lebens erst in einen sinnstiftenden Zusammenhang bringen müsse. „Harry muss sich selbst und sein Leben erst begreifen; eine Notwendigkeit, die dem religiösen Begreifen unseres Daseins entspricht und damit auf die lebensweltliche Kraft von Kinder- und Jugendliteratur verweist“, so Lexe weiter.

Steven Herrick, der für sein Werk ein Preisgeld von 4.000 Euro erhält, bedankte sich bei der Jury und der Deutschen Bischofskonferenz für die Auszeichnung. Er hob die Besonderheit hervor, für junge Menschen zu schreiben: „Es ist ein großes Privileg, Schriftsteller für junge Menschen zu sein. Sie sind begeisterte und aufgeschlossene Leser. Trotz aller Gefahren und Schwierigkeiten, die wir älteren Generationen ihnen in den Weg gelegt haben, halte ich junge Menschen für eine optimistische und nachdenkliche Personengruppe.“

Auch Uwe-Michael Gutzschhahn, der den Preis schon zum zweiten Mal für eine Übersetzung sowie 1.000 Euro Preisgeld erhält, bedankte sich und beschrieb die Herausforderungen der Übersetzung von „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen”: „Die Versform zwingt dazu, alles Erzählte zu verknappen, zu verdichten, die Geschichte ganz auf die Bilder zu fokussieren. Die rhythmisierte Verssprache gibt die Melodie des Textes vor, in den hinein nicht jedes beliebige Wort passt, was im Deutschen noch viel größere Herausforderungen bedeutet, weil wir nun mal viel mehr Platz brauchen, viel längere, vielsilbige Wörter aneinander häufen als das Englische.”

Zum Autor
Steven Herrick wurde 1958 in Brisbane, Australien, als jüngstes von sieben Kindern geboren. Er studierte Literatur und arbeitet seit vielen Jahren als Schriftsteller insbesondere für Lyrik. Steven Herrick lebt mit seiner Frau in der australischen Stadt Katoomba in den Blue Mountains und hat zwei erwachsene Söhne. Das englische Original des Buches „by the river“ erschien bereits im Jahr 2004. Es erhielt zahlreiche Preise, darunter den Ethel Turner Prize for Books for Young Adults.

Zum Übersetzer
Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn, geboren 1952 in Langenberg/Rheinland, studierte Germanistik und Anglistik und lebt heute als Übersetzer, Herausgeber, Autor und Lektor in München. Im Jahr 2011 erhielt er den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis für die Übersetzung von „Einmal“ von Morris Gleitzman. Im vergangenen Jahr wurde er mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein übersetzerisches Gesamtwerk ausgezeichnet.


Hinweise:

Die Grußworte von Bischof Dr. Gebhard Fürst und Weihbischof Horst Eberlein, die Dankesworte von Steven Herrick und Dr. Uwe-Michael Gutzschhahn sowie die Jurybegründung finden Sie unterstehend als pdf-Dateien. Weitere Informationen zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis, wie auch ein Video zum Preisbuch sind auf der Themenseite Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis verfügbar.

Zum Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz sind die Arbeitshilfe Nr. 304 „Preisbuch 2019 und empfohlene Bücher“ mit ausführlichen Rezensionen aller Titel sowie das Preisträgerplakat 2019 im Format DIN A1 erschienen. Beides kann in der Rubrik Publikationen bestellt oder heruntergeladen werden.

Päpstliche Akademie für das Leben wirbt für bessere Sterbebegleitung

Die Päpstliche Akademie für das Leben (Vatikan) hat heute (23. Mai 2019) in Berlin das „PAL-LIFE – Weißbuch zur weltweiten Förderung der Palliativversorgung“ vorgestellt. Es wurde von Experten der Palliativversorgung aus der ganzen Welt erarbeitet. In dem Weißbuch werden die wichtigsten Empfehlungen für alle gesellschaftlichen Gruppen vorgestellt, damit Palliativversorgung weiter entwickelt werden kann.Der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, ist überzeugt, dass sich in der Palliativpflege ein zutiefst religiöses und auch positives Menschenbild ausdrücke: „Diese Sichtweise ist die eigentliche Seele und Stärke der Palliativversorgung. Daher ist es mir eine Freude, an dieser Stelle ein Weißbuch zu präsentieren, das an die katholischen Universitäten und Krankenhäuser der Welt geschickt werden wird, um die Kenntnis und Praxis der Palliativversorgung zu unterstützen.“ Erzbischof Paglia forderte die Förderung einer „palliativen Kultur“. Dabei gehe es zum einen darum, auf die Versuchungen der Euthanasie und der Tötung auf Verlangen angemessen zu reagieren. Zum anderen müsse man eine „Kultur der Sorge“ heranreifen lassen, „die es möglich macht, eine liebevolle Begleitung bis an die Schwelle des Todes anzubieten“. Erzbischof Paglia fügte hinzu: „Auch dort, wo keine Heilung möglich ist, können wir immer noch den Schmerz und das Leid lindern und uns dieses Menschen annehmen, der womöglich gerade die schwierigste Zeit seines Daseins durchlebt.“ Die Palliativversorgung habe maßgeblich zu einer Wiederentdeckung der ganzheitlichen Begleitung eines Kranken im Kontext der modernen Medizin beigetragen.

Bei der Vorstellung des Weißbuchs erklärte der Vorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, Dr. Thomas Sitte: „Dieses Weißbuch repräsentiert den Konsens führender Experten aus der ganzen Welt. Das Weißbuch soll und kann eine praxisnahe Grundlage für alle Institutionen bilden, die in irgendeiner Form an der Gesundheitsversorgung beteiligt sind. Es ist ein Baustein, hierzu das notwendige, gut fundierte Wissen zu verbreiten, um ruhig und sachlich erklären zu können, dass wir geschäftsmäßige Beihilfe zur Selbsttötung in Deutschland nicht zur Leidenslinderung brauchen.“

Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, würdigte das Weißbuch als entscheidenden Schritt in der Palliativarbeit. Als Kirche sei es ein vorrangiges Anliegen, dass Menschen in Würde sterben könnten. „Derzeit müssen wir ein Wiederaufflammen der Debatte um § 217 StGB erleben, in der die Selbsttötung als ein Grundrecht und die Beihilfe dazu als eine allgemein verfügbare Dienstleistung angesehen werden. Wenn so die Unantastbarkeit der Menschenwürde aufgegeben wird, betonen wir mit Nachdruck, was für uns ein Sterben in Würde bedeutet und wie wir es ermöglichen wollen“, so Bischof Bode. „Als Christen sind wir den Patienten nahe und geben sie nicht auf, auch wenn keine Aussicht auf medizinischen Erfolg mehr besteht; wir wollen ihnen bestmögliche Pflege zuteilwerden lassen und ihre Schmerzen lindern, ohne den Tod durch eine Behandlung im Übermaß hinauszuzögern und ohne ihn vorzeitig herbeizuführen.“ Es sei wichtig, dass schwer kranke und sterbende Menschen in all ihren Bedürfnissen – auch in ihren existenziellen Nöten – wahrgenommen würden. „Die palliative Fürsorge leistet all dies und ist damit die beste Antwort auf die Suizidwünsche kranker und hilfebedürftiger Menschen, die doch vor allem auf solidarischen Beistand und Zuwendung angewiesen sind. Sie nimmt vielen Patienten die Angst vor einem qualvollen Tod“, so Bischof Bode. Gleichzeitig unterstrich er die Notwendigkeit eines flächendeckenden Ausbaus der Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland. Bischof Bode würdigte auch die solidarische Sorge, die sich in vielen Einrichtungen des Gesundheitswesens ausgebildet habe. Bei der Vorstellung des Weißbuchs sprach er sich für eine Weiterentwicklung der kirchlichen Sterbebegleitung aus. Dazu gehöre eine multiprofessionelle Zusammenarbeit der Seelsorge mit den Gesundheitsberufen, die gegenseitige Ergänzung von Haupt- und Ehrenamtlichen, ein fruchtbarer Diskurs mit Spiritual Care und besonders auch das Wiederentdecken der Sakramente der Kirche am Lebensende. Es sei ein großes Anliegen, „die Sakramente, die uns in der Kirche geschenkt wurden, den vielen Menschen, die zu ihnen keinen Zugang mehr haben, in neuer und sensibler Weise angeboten werden.“


Hintergrund zum Weißbuch und zur Päpstlichen Akademie für das Leben

Das Wissen um die Möglichkeiten der Palliativversorgung ist nicht überall umgesetzt und bekannt. Der Vatikan gibt mit dem Weißbuch wichtige Empfehlungen, wie sich jede gesellschaftliche Gruppe dafür einbringen kann. Die Päpstliche Akademie engagiert sich damit für die verletzlichsten Menschen in der Gesellschaft. Ihnen kann durch die palliative Fürsorge die Angst vor einem qualvollen Sterben genommen werden. Die Basis der Versorgung ist ein Zusammenwirken der medizinischen, pflegerischen und spirituellen Begleitung.

Das Weißbuch betont, dass alle Beteiligten des Gesundheitssystems mitverantwortlich sind, den Zugang zur Leidenslinderung und damit Palliativversorgung als Grundrecht der Patienten und ihrer Familien sicherzustellen. Jährlich leiden und sterben über 25 Millionen Menschen unter lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Krankheiten. Die große Mehrheit dieser Menschen lebt in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen und hat keinerlei Zugang zu angemessener Leidenslinderung.

Regierungen und Gesundheitsversorger, gleich, ob sie religiös oder weltlich orientiert sind, können dieses Weißbuch als eine Checkliste einsetzen, die ihnen hilft, grundlegende Strategien zu entwickeln und umzusetzen, damit die Sorge für die leidenden Patienten und deren Familien auch bei lebensbegrenzender Krankheit verbessert wird.

Das PAL-LIFE-Projekt geht auf eine Initiative des früheren Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe und der Deutschen PalliativStiftung anlässlich eines Besuches in Rom im Herbst 2016 zurück.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine international anerkannte
Definition für Palliative Care vorgenommen. Sie ist im Internet verfügbar unter https://www.who.int/cancer/palliative/definition/en. Im Weißbuch findet sich auch eine ausführliche deutsche Übersetzung.

Hinweise:

„PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ wurde zunächst auf Englisch veröffentlicht, die deutsche Übersetzung kann ab sofort von der Website www.pal-life.org heruntergeladen werden und ist für Multiplikatoren auch kostenlos erhältlich (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de oder info(at)palliativstiftung.de).

La Pontificia Accademia per la Vita promuove una cultura dell’accompagnamento alla fine della vita

La Pontificia Accademia per la Vita (Vaticano) ha pubblicato oggi (23 maggio 2019) a Berlino la versione tedesca del “Weißbuch” PAL-Life, dedicato alla promozione e allo sviluppo delle cure palliative nel mondo. Il testo, scritto da esperti dal tutto il mondo, presenta una serie di raccomandazioni ricolte ai diversi soggetti coinvolti nello sviluppo delle cure palliative.

Il Presidente della Accademia per la Vita, S. Ecc. Mons. Vincenzo Paglia, è convinto che nelle cure palliative si manifesta una visione dell’uomo profondamente religiosa e pienamente umana al contempo: „E’ proprio tale prospettiva la vera anima e la vera forza delle cure palliative. In questo orizzonte mi fa piacere presentare in questa sede un White Book che sarà inviato a Università e Ospedali Cattolici nel mondo per aiutare la conoscenza e la pratica delle cure palliative.“ Mons. Paglia, a Berlino, ha affermato che è urgente promuovere una “cultura palliativa”, „sia per rispondere alle tentazioni eutanasiche e a quelle del suicidio assistito, sia soprattutto per fa maturare una “cultura della cura” che permetta di offrire una compagnia amorevole sino al passaggio della morte.“ Ha aggiunto Mons. Paglia: „Se non possiamo guarire, possiamo ancora alleviare il dolore e la sofferenza e comunque continuare a prenderci cura di chi sta traversando forse il momento più difficile della sua esistenza.“ Quante volte le cure palliative sono state protagoniste del recupero di un accompagnamento integrale del malato nell’ambito della medicina contemporanea, ha detto Mons. Paglia.

Il presidente della fondazione Deutsche PalliativStiftung, Dott. Thomas Sitte, ha affermato a Berlino: „Questo Libro Bianco è il risultato del consenso di autorevoli esperti di tutto il mondo, e può e deve costituire un supporto pratico per tutti gli organismi che, a qualsiasi titolo, si occupano di assistenza sanitaria. Il libro è in questo senso uno strumento per la diffusione di un sapere necessario e ben fondato che permetta di spiegare, in modo sereno e oggettivo, che in Germania non abbiamo bisogno del suicidio assistito commercialmente organizzato per alleviare la sofferenza.”

Mons. Dott. Franz-Josef Bode, Presidente della Commissione pastorale della Conferenza episcopale tedesca, ha elogiato il Weißbuch come un passo cruciale nella diffusione delle cure palliative. È nostro dovere specifico, in qualità di ecclesiastici, tutelare la dignità della persona fino alla loro morte. “In Germania stiamo assistendo a una ripresa del dibattito sull’articolo 217 del Codice penale, dibattito in seno di considerare il suicidio un diritto fondamentale e quello assistito un servizio a cui chiunque può ricorrere liberamente. Di fronte a una tale deroga dal principio di inviolabilità della dignità umana, non ci resta che ribadire con forza cosa significhi per noi una morte dignitosa e cosa intendiamo fare per garantirla”, ha detto Mons. Bode. “Carità cristiana significa per noi rimanere vicini ai pazienti fino all’ultimo, senza abbandonarli nel momento in cui viene meno ogni prospettiva di guarigione; significa garantire loro le cure migliori, in grado di alleviare i loro dolori, senza voler posticipare la morte con l’accanimento terapeutico o affrettarla.” Su questo punto Mons. Bode ha affermato che i vescovi tedeschi sottolineano la necessità che gli hospice e le cure palliative vengano diffusi in maniera capillare sul territorio del nostro paese. Ha aggiunto, inoltre, che negli ultimi anni le cure compassionevoli sono diventate una pratica sempre più consolidata nelle strutture sanitarie in Germania. “Il potenziamento dell’accompagnamento in fin di vita nel contesto cristiano dovrà passare necessariamente da una collaborazione interprofessionale tra l’assistenza spirituale e le professioni sanitarie, dalla complementarità tra operatori professionisti e volontari, nonché dal dialogo proficuo con gli assistenti spirituali, ma soprattutto dalla scoperta o riscoperta dei sacramenti cristiani nel fine vita”, disse Mons. Bode. “Noi vescovi, io per primo, riteniamo che i sacramenti ricevuti in dono nella Chiesa debbano essere offerti con modalità e sensibilità nuove anche alla moltitudine di coloro che non vi hanno più accesso.“

Treffen von UBSKM und Bischof Dr. Stephan Ackermann zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, ist gestern (21. Mai 2019) mit dem Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), zu einem ersten Gespräch der von ihm eingerichteten Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ zusammengetroffen. Nach der Vorstellung der MHG-Studie im September 2018, an der Johannes-Wilhelm Rörig während der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda teilnahm, war in der Folge der Konsequenzen aus der MHG-Studie eine enge Zusammenarbeit vereinbart worden.

Bischof Ackermann und die mit ihm anwesenden Vertreter von Bistümern und Orden zeigten sich erfreut über das Gespräch: „Wir haben einen ersten Fahrplan erarbeiten können, um zusammen mit dem UBSKM weitere Schritte zu planen. Ich bin dankbar, dass Herr Rörig in den zurückliegenden Monaten bei mehreren Veranstaltungen der katholischen Kirche Gast war und uns ein wichtiger Ratgeber geworden ist.“ Für die Frage der unabhängigen Aufarbeitung als eine der Konsequenzen aus der MHG-Studie spiele der UBSKM eine zentrale Rolle, so Bischof Ackermann.
 
Der intensive Austausch führte zu der Übereinkunft, dass möglichst bis zum Herbst Eckpunkte einer Vereinbarung zu strukturellen Festlegungen und einheitlichen Standards und Kriterien der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich abgeschlossen werden sollte.

„Jetzt beginnt eine Phase abschließender Klärungen zu Fragen der umfassenden und einheitlichen Betroffenenbeteiligung, dem rechtssicher ausgestalteten Zugang zu Informationen und Akten und zu Fragen des Datenschutzes und der Sicherstellung von Persönlichkeitsrechten“, betonte Johannes-Wilhelm Rörig. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unsere hochgesteckten Ziele für eine umfassende und unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich gemeinsam erreichen werden.“

Mit dem aktuellen Treffen, so Ackermann und Rörig, wurde dafür eine gute Basis geschaffen.

Vorbereitung des 52. Eucharistischen Weltkongresses 2020 in Budapest

Anlässlich des 52. Eucharistischen Weltkongresses der im kommenden Jahr vom 13. bis 20. September in Budapest stattfindet, ist jetzt das Vorbereitungsdokument in deutscher Sprache veröffentlicht worden. Der Kongress steht unter dem Leitwort „,Denn bei Dir ist die Quelle des Lebens‘ – Die Eucharistie: Quelle unseres Lebens und unserer christlichen Sendung“. Das Dokument sind pastorale und theologische Überlegungen und liegen in der Verantwortung des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse.

Auf einer Vorbereitungstagung vom 9. bis 11. Mai 2019 in Budapest konnte der Delegierte der Deutschen Bischofskonferenz für den Kongress, Weihbischof Jörg-Michael Peters (Trier), das Dokument in deutscher Sprache vorstellen. Es war bereits die zweite Konferenz der nationalen Delegierten - aus mehr als 70 Nationen waren Bischöfe oder deren Vertreter anwesend -, um konkrete Absprachen für den Internationalen Eucharistischen Kongress zu treffen. Dabei ging es auch um die Benennung von Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Sprachgruppen für ein dem Kongress unmittelbar vorausgehendes theologisches Symposium. Die jetzige Tagung in Budapest bereitete auch den Kongress selbst vor, die nicht - wie der Begriff Kongress falsch verstanden werden könnte - eine akademische Auseinandersetzung mit der eucharistischen Frömmigkeit innerhalb der katholischen Kirche meint als vielmehr eine frohe Feier des Glaubens mit vielen Angeboten zur religiösen Praxis aber auch dem Angebot von Katechese und Gespräch.

Hinweis:
Das Vorbereitungsdokument ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Gemeinsames Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2019

In einem Gemeinsamen Wort der Kirchen laden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos, zur Teilnahme an der 44. Interkulturellen Woche ein. Sie findet vom 22. bis 29. September 2019 statt und steht unter dem Leitthema: „Zusammen leben, zusammen wachsen“. Geplant sind mehr als 5.000 Veranstaltungen an über 500 Orten im gesamten Bundesgebiet.

In ihrem Gemeinsamen Wort heben die drei Vorsitzenden hervor, dass das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher kultureller Prägung für alle Beteiligten die Chance zum persönlichen Wachstum biete: „Zunächst einmal wachsen wir, indem wir uns von unserem ‚fremden‘ Gegenüber eine Welt eröffnen lassen, die uns bislang unbekannt war. Das Erlernen einer anderen Sprache erschließt uns eine andere Mentalität und lässt uns eine andere Kultur lebendig werden. Der Dialog mit Angehörigen anderer Kulturen und Religionen erweitert unseren Horizont.“ Darüber hinaus lenken Kardinal Marx, Landesbischof Bedford-Strohm und Metropolit Augoustinos den Blick auf das Leitbild menschlicher Größe, das im Evangelium zum Ausdruck komme. Es bestehe darin, „andere in ihrem Anders-Sein wahrzunehmen, sie sogar in Demut höher einzuschätzen als sich selbst und ihnen dabei echtes Wohlwollen entgegenzubringen“.

Die Vorsitzenden machen darauf aufmerksam, dass die Menschen weltweit im Zuge der Globalisierung, erhöhter Mobilität und nahezu uneingeschränkter Kommunikationsmöglichkeiten immer näher zusammenrücken. In dieser Situation sehen sie eine wichtige Aufgabe darin, „mit aller Kraft daran zu arbeiten, dass dies zu einem Wachstumsschritt in Richtung eines friedlichen Miteinanders über alle Unterschiedlichkeiten hinweg führt“. Die kulturell vielfältige Gesellschaft fordere jede und jeden Einzelnen heraus. „Wir treffen permanent auf Menschen, die uns in irgendeiner Weise fremd sind, sei es, weil sie eine andere Sprache sprechen, sei es, weil sie von einer anderen Kultur geprägt sind oder einer anderen Religion angehören, oder sei es, weil sie eine politische Position vertreten, die unserer eigenen Überzeugung zuwiderläuft. Jedem Einzelnen mit Aufmerksamkeit und Respekt zu begegnen, trägt dazu bei, dass in unserer Gesellschaft Gräben der Ignoranz, Mauern der Abschottung und Fronten des Hasses überwunden werden.“

Die Interkulturelle Woche sei ein lebendiges Zeichen dafür, wie es gelingen könne, zusammen zu leben und zusammen zu wachsen. „Sie schenkt Freude am Miteinander und macht Mut, unser gesellschaftliches Zusammenleben zu gestalten.“ Die Vorsitzenden wenden sich mit einem Wort des Dankes an alle, die sich vor Ort für die Anliegen der Interkulturellen Woche einsetzen, und „wünschen ihnen gute Erfahrungen und Gottes Segen für ihr Engagement“.


Hinweise:

Das Gemeinsame Wort der Kirchen zur Interkulturellen Woche 2019 ist unten als pdf-Datei verfügbar.

Für die Vorbereitung der Interkulturellen Woche hat der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eine Reihe von Materialien (Materialheft, Plakate und Postkarten) erstellt, die unter www.interkulturellewoche.de bestellt werden können. Dort finden Sie auch weitere Informationen.

Flüchtlingsbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz reist nach Äthiopien

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), reist heute (20. Mai 2019) nach Äthiopien. Bis zum 24. Mai 2019 wird er sich dort über die Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen informieren.

Zu Beginn seiner Reise erklärt Erzbischof Heße: „Mit etwa einer Million Flüchtlingen ist Äthiopien das zweitwichtigste Aufnahmeland Afrikas. Hinzu kommen etwa drei Millionen Äthiopier, die infolge von Konflikten innerhalb ihres eigenen Landes Schutz suchen. Ich reise nach Äthiopien, um zu lernen. Wie bewältigt eine Gesellschaft die Herausforderungen von Flucht und Migration, gerade unter widrigen Bedingungen? Und ich reise nach Äthiopien, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen: mit all jenen, die in dem ostafrikanischen Land Schutz suchen, und mit all jenen, die ihnen zur Seite stehen.“

Im Zentrum der Reise wird die Begegnung mit Geflüchteten stehen. So wird Erzbischof Heße in Nordäthiopien ein Lager für eritreische Flüchtlinge besuchen, in der Region Gambella mit Geflüchteten aus dem Südsudan zusammenkommen und sich in der Nähe von Gondar über die Lage der Binnenvertriebenen informieren. Gleichzeitig wird der Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen Gespräche mit kirchlichen Verantwortungsträgern führen, darunter mit dem Erzbischof von Addis Abeba, Kardinal Berhaneyesus Demerew Souraphiel CM, dem Bischof der Eparchie Bahir Dar-Dessie, Lisane-Christos Matheos Semahun, Priestern der Eparchie Adigrat sowie Vertretern der Jesuiten und Salesianer Don Boscos. Das Programm bietet zudem Gelegenheit zum Austausch mit der deutschen Botschafterin Brita Wagener, mit Vertretern der äthiopischen Regierung, der Afrikanischen Union, des äthiopischen Flüchtlingsamts ARRA, des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie mit Experten des Alumni-Netzwerkes des Katholischen Akademischen Ausländer-Dienstes (KAAD).

Als eines der ersten Länder weltweit implementiert Äthiopien den sogenannten „Umfassenden Rahmenplan für Flüchtlingshilfemaßnahmen“ (CRRF), einen zentralen Bestandteil des Globalen Flüchtlingspakts, der im Dezember 2018 von der UN-Generalversammlung in New York angenommen wurde. Obgleich Katholiken in Äthiopien nur eine kleine Minderheit sind, leisten katholische Initiativen in dem Land einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Situation von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen.


Wichtige Hinweise für Medienvertreter:

Alle Informationen zur Reise sind unter www.fluechtlingshilfe-katholische-kirche.de unter Reise nach Äthiopien verfügbar.
Kürzere Interviews mit Erzbischof Heße sind während der Reise je nach Programm möglich. Anfragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de).
Fotos der Reise in Druckqualität sind kostenfrei verfügbar. Die Foto-Auswahl wird während der Reise ständig erweitert.
Link zur Foto-Auswahl: https://gallery.joernneumann.de/dbk_reise_aethiopien 
Die Copyright-Angabe ist: © Deutsche Bischofskonferenz/Jörn Neumann.

Bischof Feige beendet Reise nach Armenien

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), ist heute (17. Mai 2019) von einer Reise nach Armenien  zurückgekehrt. Er zeigte sich beeindruckt von der Aufbauarbeit, die die Armenische Apostolische Kirche in der Zeit seit der Selbständigkeit des Landes 1991 geleistet hat. „Die starke christliche Prägung Armeniens hat in der Sowjetzeit keinen nachhaltigen Schaden genommen. Die Kirche arbeitet heute mit großem pastoralen und sozialen Einsatz, damit der christliche Glaube in der Gesellschaft lebendig bleibt und an künftige Generationen weitergegeben wird“, so Bischof Feige.

Bischof Feige war gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ökumenekommission, Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim), auf Einladung des Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Karekin II., in der ehemaligen Sowjetrepublik zu Gast. Er zeigte sich überzeugt, dass die Begegnung mit dem Patriarchen und die Gespräche mit weiteren Vertretern der Armenischen Apostolischen Kirche auf vielfältige Weise dazu beitragen, die guten Beziehungen weiterzuentwickeln. „Durch meinen Aufenthalt in Armenien habe ich unmittelbar erfahren, wie sehr der christliche Glaube und das armenische Volk miteinander verbunden sind. Dazu gehörte auch das Kennenlernen der armenischen Kultur, in der das christliche Erbe tiefe Spuren hinterlassen hat. Auf diese Weise wächst das Verständnis füreinander und so die Gemeinschaft unter uns“, so Bischof Feige.

Zum Besuchsprogramm gehörte auch ein Besuch der Genozidgedenkstätte Zizernakaberd in der Hauptstadt Yerevan, wo die katholische Delegation mit dem neu geweihten Bischof und Primas der Armenischen Kirche in Deutschland, Serovpé Isakhanyan, eine Andacht im Gedenken an die Opfer des Genozids feierte. In das Gästebuch der Gedenkstätte schrieb Bischof Feige die Worte: „In schmerzlicher Erinnerung an das unfassbare Leid zahlloser Menschen bete ich an diesem Ort zu Gott, dass es nie wieder eine solche Tragödie geben wird. Möge die ehrliche Aufarbeitung der schrecklichen Verbrechen von damals Wege in eine versöhnte Zukunft eröffnen.“ Weihbischof Schwerdtfeger erklärte nach dem Besuch der Gedenkstätte: „Die Tage in Armenien haben mir noch bewusster gemacht, wie neben der christlichen Tradition die Erinnerung an den Genozid für die Identität des armenischen Volkes offensichtlich sehr wichtig ist. Es ist gut, dass es einen Ort gibt, wo die Erinnerung wachgehalten wird, damit das Leid der Vergangenheit nicht vergessen wird.“

Während ihres Aufenthaltes in Armenien besuchte die Delegation auch Erzbischof Raphaël Minassian, der für die in Armenien lebenden Gläubigen der mit Rom verbundenen Armenisch-katholischen Kirche zuständig ist. Die Delegation aus Deutschland war beeindruckt von dem vielfältigen caritativen Engagement der Armenisch-katholischen Kirche. „Es ist bewundernswert, wie diese kleine Minderheit sich für Behinderte, Waisenkinder und Kinder aus zerbrochenen Familien, Alleinerziehende und in der ambulanten Pflege einsetzt“, so Weihbischof Schwerdtfeger. „Für die katholische Kirche in Deutschland ist es besonders erfreulich, dass Erzbischof Minassian in dieser Arbeit von Renovabis unterstützt wird.“ Auch die Armenische Apostolische Kirche leistet in unterschiedlichen Bereichen einen wichtigen Dienst für Menschen, die auf diese Hilfe angewiesen sind. Davon konnte sich die Delegation bei ihren Begegnungen mit Vertretern des kirchlichen Sozialdienstes und beim Besuch eines Kinder- und Jugendzentrums überzeugen.

Am vergangenen Sonntag (12. Mai 2019) hatte die Delegation der Deutschen Bischofskonferenz an der Bischofsweihe von Bischof Isakhanyan teilgenommen und war anschließend vom Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier empfangen worden. Dabei hatten beide Seiten die geschwisterlichen Beziehungen zwischen beiden Kirchen unterstrichen.

Ökumenischer Gottesdienst zum DFB-Pokalfinale am 25. Mai 2019 in Berlin

Wie in den vergangenen Jahren laden die evangelische und katholische Kirche in Deutschland am Tag des DFB-Pokalfinales zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin ein. Der Gottesdienst steht unter dem Leitthema „Beten für den Sieg?“.

Der ökumenische Gottesdienst findet statt am:
Samstag, 25. Mai 2019, um 12.00 Uhr
in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (Breitscheidplatz)
in Berlin.


Die Predigt wird Dr. Dr. h. c. Volker Jung (Darmstadt), Sportbeauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, halten. Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier), Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, führt in den Gottesdienst ein, an dem auch der Pfarrer der Gedächtniskirche, Martin Germer (Berlin), mitwirkt.

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) werden DFB-Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius und DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg sowie Fanvertreter von RB Leipzig und FC Bayern München, Volunteers, Kriminaldirektor Martin John, die Sportseelsorgerin der Deutschen Bischofskonferenz, Elisabeth Keilmann, und der Sportpfarrer der bayerischen Landeskirche, Pfarrer Martin Voß, am Gottesdienst mitwirken.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Teilnahme am ökumenischen Gottesdienst eingeladen. Zur Planung bitten wir um eine formlose Anmeldung per E-Mail an: pressestelle(at)dbk.de.

Erzbischof Schick ruft zum Gebet für die Kirche in China am 24. Mai auf

Anlässlich des Weltgebetstags für die Kirche in China am 24. Mai ruft der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), die Katholiken in Deutschland zu erneuter Aufmerksamkeit für die Christen in China auf: „Papst Franziskus bittet auch in diesem Jahr um unser Gebet. Die Menschen dort brauchen die Gewissheit, dass sich Christen in der ganzen Welt mit ihnen solidarisch erklären, genauso wie auch sie für die Menschen überall auf der Welt beten.“

Erzbischof Schick erinnert an die „vorläufige Vereinbarung“ vom 22. September 2018 zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China, die weltweit eine starke öffentliche Aufmerksamkeit gefunden hat. Der genaue Wortlaut wurde zwar nicht veröffentlicht, so der Erzbischof, aber offenbar seien dem Papst gewisse Rechte bei der Auswahl und Ernennung von Bischöfen eingeräumt worden. Papst Franziskus habe seinerseits sieben illegitime Bischöfe, die gegen den Willen des Vatikans geweiht und von denen einige auch exkommuniziert worden waren, wieder in die „volle Gemeinschaft der Kirche“ aufgenommen und als Diözesanbischöfe eingesetzt.

Erzbischof Schick begrüßt, dass mit der Vereinbarung „zum ersten Mal überhaupt ein gemeinsames Dokument durch die Volksrepublik China und den Vatikan unterzeichnet wurde und heute alle Bischöfe Chinas in Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom sind“. Der Heilige Vater erhoffe sich durch den in Gang gesetzten Prozess weitere Fortschritte auf dem Weg zu einer besseren Zusammenarbeit mit dem Staat. Auch solle mit diesem Dokument die Versöhnung der Gläubigen und die dauerhafte Einheit der katholischen Kirche in China vorangebracht werden, damit sich die Kirche glaubhaft und erfolgreich für die Verkündigung des Evangeliums einsetzen könne.

Gleichwohl sei die Lage der Christen in China weiterhin schwierig, nicht selten sogar bedrückend, so der Erzbischof. Glaubwürdigen Berichten zufolge bedrängen die staatlichen Behörden die „Untergrundchristen“ derzeit besonders intensiv, sich in der Patriotischen Vereinigung registrieren zu lassen. Das Schicksal inhaftierter oder unter Hausarrest gestellter Bischöfe und Priester ist ungewiss. Auch gelten weiterhin die verschärften Vorschriften zur Verwaltung der Religionen vom Februar 2018, die vor allem den Handlungsspielraum der „westlichen Religionen“, Islam und Christentum, einschränken. In Teilen Chinas wird Kindern und Jugendlichen das Betreten von Kirchen verboten, katechetische Aktivitäten für sie sind untersagt. Gerade in dieser Situation, so Erzbischof Schick, sei es geboten, „unsere Aufmerksamkeit und unser Gebet den bedrängten Glaubensbrüdern und -schwestern in der Volksrepublik China zuzuwenden“.


Hintergrund

Am 24. Mai jedes Jahres findet die traditionelle Wallfahrt zum größten chinesischen Marienheiligtum Sheshan in der Nähe von Shanghai statt. Die katholische Kirche begeht weltweit an diesem Tag den Gebetstag für die Kirche in China, den Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 eingeführt hat. Auch in Deutschland sind alle katholischen Christen aufgerufen, im Gebet ihre Verbundenheit und Solidarität mit den Christen in China zu zeigen.

Hinweise:

Das Gebet von Papst Franziskus für die Kirche in China ist unten als pdf-Datei verfügbar. Anregungen für Gebete und Fürbitten sowie Hintergrundinformationen über die Lage der Kirche in China gibt es auf der Internetseite des China-Zentrums e. V.

Päpstliche Akademie für das Leben wirbt für bessere Sterbebegleitung

Die Päpstliche Akademie für das Leben (Vatikan) stellt in der kommenden Woche das „PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ in Berlin vor. Es wurde von internationalen Experten der Palliativversorgung für den Vatikan erarbeitet. Das Wissen um die Möglichkeiten der Palliativversorgung ist noch nicht überall umgesetzt und bekannt. Der Vatikan gibt wichtige Empfehlungen, wie sich jede gesellschaftliche Gruppe dafür einbringen kann. Die Päpstliche Akademie engagiert sich damit für die verletzlichsten Menschen in der Gesellschaft. Ihnen kann durch die palliative Fürsorge die Angst vor einem qualvollen Sterben genommen werden. Die Überversorgung der modernen Medizin verängstigt Patienten, stattdessen ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der den Menschen umfassend in all seinen Bedürfnissen wahrnimmt. Die Basis der Versorgung ist ein Zusammenwirken der medizinischen, pflegerischen und spirituellen Begleitung.

Die deutschen Bischöfe unterstützen dieses Anliegen. Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, wird in Berlin über das Engagement der Kirche für die Förderung der Palliativversorgung in Deutschland und die qualitative Weiterentwicklung kirchlicher Sterbebegleitung informieren.

Die Kolleginnen und Kollegen der Medien sind zur Vorstellung des Weißbuches bei einer Pressekonferenz in Berlin eingeladen. Sie findet statt am

Donnerstag, 23. Mai 2019, um 10.30 Uhr
in der Apostolischen Nuntiatur
(Lilienthalstraße 3a, 10965 Berlin).


Nach einer Begrüßung durch den Apostolischen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, stehen als Gesprächspartner zur Verfügung:

  • Erzbischof Vincenzo Paglia (Vatikan), Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben,
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Osnabrück), Vorsitzender der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz,
  • Dr. Thomas Sitte (Fulda), Palliativmediziner für Kinder und Erwachsene, Vorsitzender der Deutschen PalliativStiftung.

Hinweise:
Die Pressekonferenz in der Apostolischen Nuntiatur wird von der Pressestelle des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz ausgerichtet. Eine Anmeldung per E-Mail (pressestelle(at)dbk.de) ist notwendig.

„PAL-LIFE – Weißbuch für die weltweite Förderung der Palliativversorgung“ wird den Medienvertretern als gedruckte deutsche Übersetzung bei der Pressekonferenz zur Verfügung gestellt.

Presseeinladung zur 30. Verleihung des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises 2019

Der australische Autor Steven Herrick und der deutsche Übersetzer Uwe-Michael Gutzschhahn werden am 23. Mai 2019 mit dem Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz für ihr Buch „Ich weiß, heute Nacht werde ich träumen“ ausgezeichnet. Steven Herrick schildert in seinem Roman das Heranwachsen des 14-jährigen Harry, der gemeinsam mit seinem Vater und dem Bruder Keith in den 1960er Jahren in einer australischen Kleinstadt lebt. Er muss nicht nur den Tod seiner Mutter, sondern auch den einer von ihm bewunderten Freundin erleiden und verarbeiten: eine poetische Geschichte über den Mut, nach den Sternen zu greifen.

Die Jury unter dem Vorsitz von Weihbischof Robert Brahm (Trier) hat das diesjährige Preisbuch aus 190 Titeln, die von 60 Verlagen eingereicht wurden, ausgewählt. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird zwischen Autor (4.000 Euro) und Übersetzer (1.000 Euro) aufgeteilt.

Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 30. Mal vergeben. Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg- Stuttgart), verleiht den Preis während eines Abendessens im Restaurant der Elbphilharmonie in Hamburg. Die österreichische Germanistin Dr. Heidi Lexe, die der Jury angehört, hält die Laudatio.

Die Verleihung findet am 23. Mai 2019 ab 17.00 Uhr im Restaurant „The Saffron“ des Hotels Westin Hamburg in der Elbphilharmonie statt.

Wir laden Sie herzlich zum Abendessen und der Preisverleihung ein und vorab zu einem

Fototermin
am Donnerstag, 23. Mai 2019,
um 16.45 Uhr
auf der Plaza der Elbphilharmonie,
Platz der Deutschen Einheit, Hamburg.

Steven Herrick, Uwe-Michael Gutzschhahn, Bischof Dr. Gebhard Fürst sowie Weihbischof Robert Brahm stehen dort der Presse für Fotos zur Verfügung.

Der Treffpunkt für den gemeinsamen Zugang ist um 16.30 Uhr vor dem Eingang der Elbphilharmonie/Zugang zum Hotel Westin.


Hinweise:

  • Wenn Sie an dem Fototermin und/oder der Verleihung teilnehmen möchten, ist eine vorherige Anmeldung notwendig. Schicken Sie bitte den angehängten Antwortbogen bis Montag, 20. Mai 2019, 12.00 Uhr per Fax: 0228/103 254 oder per E-Mail an pressestelle(at)dbk.de.
  • Am späten Abend der Preisverleihung werden kostenfreie Pressefotos der Veranstaltung auf www.dbk.de in der Bildergalerie zur Pressemitteilung zum Herunterladen verfügbar sein.
  • Weitere Informationen zur Geschichte des Preises sowie zu allen Preisbüchern seit 1979 finden Sie auch auf der Internetseite des Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreises.

Nachsynodales Schreiben „Christus vivit“ als Broschüre veröffentlicht

Am 2. April 2019 hat der Vatikan das Nachsynodale Schreiben Christus vivit von Papst Franziskus veröffentlicht. Anlass ist die Weltbischofssynode vom 3. bis 28. Oktober 2018 im Vatikan. Die deutsche Fassung des Dokumentes ist jetzt als Broschüre in der Schriftenreihe des Sekretariats der Deutschen Bischofskonferenz als Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 218 erschienen.

Das Nachsynodale Apostolische Schreiben Christus vivit richtet sich sowohl an junge Menschen als auch an die ganze Kirche und gründet im Abschlussdokument der Synode, das an vielen Stellen zitiert wird. Papst Franziskus ermutigt junge Menschen ganz in der Linie des vergangenen Weltjugendtags in Panama, für ihre Berufung und Mission nicht erst eine Lebensversicherung abzuschließen, sondern großherzig im „Ja“, „in der Heiligkeit und im Engagement für die eigene Berufung zu wachsen“ (Nr. 3). Damit verdeutlicht er gleich zu Beginn, dass die Frage nach Jugend nicht ohne die Frage nach der Berufung gestellt werden kann. Das Schreiben ist ein Markstein einer zukünftigen Jugend- und Berufungspastoral.


Hinweis:

Das Apostolische Schreiben Christus vivit von Papst Franziskus ist als pdf-Datei zum Herunterladen in der Rubrik Publikationen verfügbar. Dort kann dieses auch als Broschüre (Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls Nr. 218) bestellt werden.

Bischof Feige würdigt armenisches Christentum und erinnert an Völkermord

Der Vorsitzende der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), hat die guten geschwisterlichen Beziehungen zwischen der Armenischen Apostolischen Kirche und der katholischen Kirche in Deutschland gewürdigt. Anlässlich der Weihe des neuen Bischofs und Primas der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, Bischof Serovpé Isakhanyan, hob Bischof Feige den tiefen christlichen Glauben im armenischen Volk hervor, der eine lange Tradition habe und bis in die Anfänge des Christentums zurückreiche. Der neue armenische Bischof wurde gestern (12. Mai 2019) in der Kathedrale von Etschmiadsin nahe der armenischen Hauptstadt Yerevan geweiht. Bischof Feige und Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Hildesheim) nahmen als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz an der Weiheliturgie mit dem Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Karekin II., teil.

In seinem Grußwort bei der Begegnung mit Katholikos Karekin II. erinnerte Bischof Feige an die Erklärung, die anlässlich der 1700-Jahr-Feiern der Armenischen Kirche im Jahre 2001 vom Katholikos und Papst Johannes Paul II. unterzeichnet wurde. „Sie sprechen in Ihrer gemeinsamen Erklärung von damals auch die dunklen Zeiten in der Geschichte des armenischen Volkes an, die als ‚der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts‘ in die Geschichtsschreibung eingegangen sind. Bis heute stehen wir tief erschüttert vor dieser Tragödie. Unfassbar ist das Leid, das die Deportation von hunderttausenden, ja bis zu anderthalb Millionen Armeniern, Syrern, Assyrern und Pontos-Griechen aus ihren Heimatgebieten in der heutigen Türkei bedeutete. Fassungslos macht uns gerade als deutsche Bischöfe auch der Umstand, dass die Regierung des Deutschen Reiches aus Machtkalkül zu diesen Ereignissen geschwiegen hat“, so Bischof Feige. Vor diesem Hintergrund würden sein  Besuch an der Gedenkstätte des Genozids und das Gebet für die Opfer von besonderer Bedeutung sein. Der Blick auf „den gekreuzigten und auferstandenen Herrn kann die Kraft und den Mut schenken, nicht in der Erinnerung an vergangenes Leid, so unerlässlich sie ist, zu verharren. Der Glaube an Christus kann Vergebung und Aussöhnung ermöglichen. Dies verlangt freilich auf Seiten der Nachkommen der Täter Einsicht in die Schuld der Vergangenheit und ehrliches Bedauern“.

Mit Blick auf das ökumenische Gespräch betonte Bischof Feige, dass Offenheit und Verständnis füreinander unerlässlich auf dem Weg zu einer immer volleren Gemeinschaft unter den Christen seien. „Nur in solchem Geist wächst die Wertschätzung für den Reichtum, den unsere unterschiedlichen Traditionen bergen.“ Damit junge Menschen diese Haltung einüben können, fördere die Deutsche Bischofskonferenz mit einem eigenen Stipendienprogramm orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Theologinnen und Theologen.

Den neuen Bischof der armenischen Kirche in Deutschland würdigte Bischof Feige als einen seit vielen Jahren verlässlich und ökumenisch engagierten Vertreter. „Ich bin überzeugt, dass Bischof Serovpé Isakhanyan seiner Diözese ein guter Vorsteher und Hirte sein wird und dass auch in Zukunft die vertrauensvollen Kontakte zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und der Armenischen Kirche in Deutschland festen Bestand haben werden.“

 


Hinweise:

Das Grußwort von Bischof Dr. Gerhard Feige ist untenstehend als pdf-Datei verfügbar.

Bischof Feige wird bis kommenden Donnerstag (16. Mai 2019) in Armenien mehrere Gespräche führen und Vorträge halten. Interviews mit Bischof Feige werden über die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (E-Mail: pressestelle(at)dbk.de) vermittelt.

Kardinal Marx zum Tod von Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele

Der frühere Bischof von Würzburg, Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele, ist am späten Freitagabend (10. Mai 2019) verstorben. Von 1979 bis 2003 war er Bischof von Würzburg. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, würdigt den Verstorbenen in einem Brief an den Bischof von Würzburg, Bischof Dr. Franz Jung. „Mit dem Bistum Würzburg trauere ich um einen treuen Diener, der im tiefen Glauben an den gnädigen Gott verstorben ist. Mit Paul-Werner Scheele geht ein großer Theologe, dem die Ökumene zutiefst am Herzen lag, ein Bischof und Menschenfreund von uns. Ich verneige mich vor einer Persönlichkeit, die die katholische Kirche viele Jahre in unserem Land mit geprägt hat.“

Die Deutsche Bischofskonferenz sei Paul-Werner Scheele zu großem Dank verpflichtet. „Fast drei Jahrzehnte gehörte er unserer Konferenz an und hat die Beratungen stets mit Weitsicht und theologischer Feinfühligkeit geprägt“, so Kardinal Marx. Dabei sei der Würzburger Bischof immer zutiefst überzeugt vom Zweiten Vatikanischen Konzil und den Aufbrüchen der Würzburger Synode gewesen. Mehr als 25 Jahre habe er unermüdlich die Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz geleitet. „Gerade das war Paul-Werner Scheele ein Anliegen: den Schatz des Konzils in einen ökumenischen Dialog zu führen, der auf Augenhöhe die Gesprächspartner der anderen Konfessionen ernst nahm. Dieses Bemühen ist ihm weit über die Grenzen Deutschlands hinaus gelungen und hat dem Verstorbenen internationalen Respekt eingebracht“, schreibt Kardinal Marx.

Die Ökumene und die Gläubigen des Bistums Würzburg seien Paul-Werner Scheele ans Herz gewachsen. Der von ihm ausgewählte bischöfliche Wahlspruch, „Friede und Freude“, drücke viel über den früheren Würzburger Bischof aus. „Der Sauerländer Humor und die fränkische Lebensfreude hat er gut verbunden. Dabei war es ihm stets ein Anliegen, immer ein Seelsorger und Bischof zu sein, der für die Menschen ansprechbar und überzeugend in der Verkündigung des Evangeliums war“, so Kardinal Marx.

Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“

Zur heutigen (9. Mai 2019) Stellungnahme des Deutschen Ethikrates „Eingriffe in die menschliche Keimbahn“ erklärt der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp:

„Der Deutsche Ethikrat hat eine Stellungnahme zum Thema ,Eingriffe in die menschliche Keimbahn‘ erarbeitet und am 9. Mai 2019 veröffentlicht.Aus Sicht der katholischen Kirche ist zunächst zu begrüßen, dass der Deutsche Ethikrat mit dieser ausführlichen Stellungnahme einen beachtenswerten Beitrag zur der von ihm selbst bereits im Jahr 2017 im Rahmen einer Ad-hoc-Stellungnahme geforderten Diskussion dieser Thematik leistet. Die rasanten Entwicklungen in der Gentechnik und die im vergangenen Dezember öffentlich gemachte vermutliche Anwendung des Genome Editing-Verfahrens beim Menschen durch den Wissenschaftler He Jiankui machen deutlich, dass diese ethische und gesellschaftliche Debatte höchst erforderlich ist.

Ausdrücklich begrüßens- und unterstützenswert ist die konkrete Forderung des Deutschen Ethikrates nach einem internationalen Moratorium für die klinische Anwendung von Keim-bahneingriffen beim Menschen. Sowohl der aktuelle Stand der Forschung als auch der ethi-schen Debatte in der Gesellschaft sprechen gegen eine Zulassung der klinischen Anwendung von Keimbahneingriffen. Anders als eine Mehrheit des Deutschen Ethikrates hat die katholi-sche Kirche grundlegende Bedenken gegenüber diesen Anwendungsmöglichkeiten und würde einer Zulassung unter den vom Ethikrat benannten Bedingungen weiterhin kritisch gegenüber stehen.

Die katholische Kirche ist der Auffassung, dass die Keimbahn grundlegende Aspekte der menschlichen Existenz bestimmt, die von derartigen Eingriffen berührt würden. Sie hat daher erhebliche Vorbehalte gegen die Annahme, dass die menschliche Keimbahn nicht kategorisch unantastbar ist bzw. auch keine weiteren prinzipiellen Gründe gegen die Weiterverfolgung der Entwicklung von Keimbahneingriffen am Menschen sprechen.

Weiterhin ist festzuhalten, dass Eingriffe in die menschliche Keimbahn – sei es im Rahmen einer PID oder in der Forschung – überwiegend nur unter Rückgriff auf Embryonen erfolgen können. Aus Sicht der Kirche geht die unverlierbare, unhintergehbare Würde des Menschen vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung von Ei- und Samenzelle mit einem abwägungsresis-tenten Recht auf Leben einher. Aus dieser Tatsache ergibt sich eine prinzipielle Ablehnung jeder ,embryonenverbrauchenden‘ Forschung und jeder Verzweckung menschlichen Lebens, die es immer wieder herauszustellen und einzufordern gilt.“

Bischof Ackermann zum Motu proprio „Vos estis lux mundi“ von Papst Franziskus

Zum heute (9. Mai 2019) vom Vatikan veröffentlichten Motu proprio „Vos estis lux mundi“ erklärt Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes:

„Das mit Datum vom 7. Mai 2019 unterzeichnete Motu proprio Vos estis lux mundi setzt die Reihe der Dokumente fort(1), mit denen Papst Franziskus als universalkirchlicher Gesetzgeber den Kampf gegen den sexuellen Missbrauch durch kirchliche Amtsträger noch konsequenter und präziser als bisher weiterführen will.

Dazu weitet das Motu proprio bisherige Straftatbestände des kirchlichen Rechts aus: Es umfasst beispielsweise nicht nur Kleriker, sondern auch Ordensangehörige, die keine Kleriker sind. Es weitet die Gruppe der möglichen Opfer aus auf ‚schutzbedürftige Personen‘. Damit sind Personen gemeint, die aufgrund unterschiedlicher Bedingungen in ihrer Fähigkeit, sich gegen Übergriffe zu wehren, eingeschränkt sind. Die Strafbarkeit der Erstellung von pornographischem Material bleibt nicht mehr auf Kinder beschränkt, sondern wird auf Minderjährige insgesamt und schutzbedürftige Personen ausgedehnt (Art. 1).

Über diese inhaltlichen Erweiterungen hinaus zielt das Dokument zum einen auf Straftaten, die mutmaßlich von höheren Geistlichen begangen wurden, zum anderen zielt es auf die Pflichten bzw. Pflichtverletzungen derjenigen, die in der Verantwortung stehen, die Straftaten zu verfolgen. Auch hier sind vor allem die höheren Geistlichen angesprochen, wie etwa Kardinäle, Patriarchen, Bischöfe und Nuntien, aber auch Generalobere und Äbte (Art. 6). Sie werden auf die im Motu proprio festgelegten Verfahrensweisen verpflichtet. Alle Diözesen haben binnen eines Jahres nach Inkrafttreten des Motu proprio feste Meldesysteme für Missbrauchsfälle einzurichten, die der Öffentlichkeit leicht zugänglich sind (Art. 2 § 1). Hiermit wird gesetzlich festgeschrieben, was wir in Deutschland mit den diözesanen Ansprechpersonen bereits seit 2010 eingerichtet haben (vgl. Leitlinien Nr. 4–11).

Das Motu proprio trifft zeitliche Festlegungen, die eine Zügigkeit der Verfahren sicherstellen sollen: So werden die römischen Behörden verpflichtet, nach Erhalt einer Meldung innerhalb von 30 Tagen zu reagieren (Art. 10 § 2). Und die Ebene der Ortskirchen wird dazu verpflichtet, der zuständigen römischen Stelle monatlich eine Information über den aktuellen Stand der Untersuchungen zu geben (Art. 12 § 9). Neu ist dabei die Rolle, die dem Metropoliten im Prozess zukommt, wenn ein Bischof beschuldigt wird: Er ist in der Regel derjenige, der einer Anschuldigung nachzugehen hat. Die Beauftragung dazu erhält er durch die römischen Behörden (Art. 10 § 1). Zur Erfüllung seiner Aufgabe sollen ihm qualifizierte Personen zur Seite stehen, wobei eigens auch auf die Mitwirkung von Laien hingewiesen wird (Art. 13). Sollte der Metropolit selbst beschuldigt werden, hat ein anderer Bischof dessen Aufgabe wahrzunehmen (Art. 8 § 2).

Das Motu proprio vermerkt in einem eigenen Artikel, dass den mutmaßlich Betroffenen nicht nur mit Respekt begegnet werden soll, sondern auch diverse Hilfen anzubieten sind (Art. 5 § 1).

Abschließend stellt das Dokument unmissverständlich fest, dass die in ihm formulierten Normen nicht die ‚jeweils von den staatlichen Gesetzen festgelegten Rechte und Pflichten … beeinträchtigen, insbesondere diejenigen in Bezug auf allfällige Meldepflichten an die zuständigen zivilen Behörden‘. (Art. 19)

Für Deutschland werden wir zeitnah prüfen, welche möglichen Auswirkungen das Dokument, das am 1. Juni 2019 in Kraft tritt, vor allem auf unsere nationalen Leitlinien hat. Diese befinden sich aktuell ohnehin in einer Phase der Überprüfung.“

Hinweis:

Das Motu proprio Vos estis lux mundi ist auf der Internetseite des Vatikans verfügbar.

 

(1) Für die jüngste Zeit sei insbesondere auf das Motu proprio Come una madre amorevole vom 4. Juni 2016 und das Motu proprio Sulla protezione dei minori e delle persone vulnerabili vom 26. März 2019 verwiesen.

25. Treffen der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe in Bamberg beendet

Mit der Feier der Eucharistie in der Wallfahrtsbasilika Vierzehnheiligen wurde heute (8. Mai 2019) das 25. Treffen der Kontaktgruppe der Deutschen und der Polnischen Bischofskonferenz beendet. Unter der Leitung von Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, und Bischof Dr. Jan Kopiec (Gleiwitz) kam die Kontaktgruppe in Bamberg zusammen.

In diesem Jahr standen der Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Kleriker und Ordensleute und vor allem das Thema Prävention, die Umsetzung der Ergebnisse der Weltbischofssynode zu Fragen der Jugend, der Jugendseelsorge und der Berufungspastoral zum geistlichen Dienst sowie der Religionsunterricht, die Migration und die Seelsorge für polnisch-sprachige Katholiken in Deutschland im Vordergrund der Beratungen.

Darüber hinaus verständigte sich die Kontaktgruppe darauf, gemeinsam einen kirchlichen Akzent beim Gedenken zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieges (1. September 2019) zu setzen. Bischöfe aus Polen und Deutschland werden in der Stadt Wieluń zusammenkommen, die als erste Opfer deutscher Bomber beim Überfall auf Polen wurde. „Wir dürfen die furchtbare Geschichte, die unsere Völker verbindet und trennt, vor allem den nationalsozialistischen Versklavungs- und Vernichtungskrieg niemals vergessen und müssen sowohl zum Frieden in Europa als auch weltweit beitragen“, erklärte Erzbischof Schick. „Deutsche und polnische Gläubige werden deshalb auch beim Gedenken in Wieluń wieder Zeugnis vom Evangelium der Versöhnung und des Friedens für eine gute gemeinsame Zukunft unserer Völker in einem geeinten, friedvollen und freiheitlichen Europa geben.“

Der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe gehören Kardinal Kazimierz Nycz (Warschau), Bischof Dr. Jan Kopiec (Gleiwitz), Bischof Dr. Tadeusz Lityński (Zielona Góra-Gorzów) sowie Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg) und Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) an.


Hintergrund

Die Deutsch-Polnische Kontaktgruppe wurde in den 1990er Jahren – nach dem Ende des Kommunismus in Europa – gegründet, um den Austausch zwischen den Bischofskonferenzen beider Länder zu intensivieren und zur Versöhnung zwischen den Völkern beizutragen. Nachdem die Kontaktgruppe in der Anfangszeit nicht zuletzt mit der Klärung strittiger Fragen im kirchlichen Bereich befasst war, entwickelte sie sich seit Mitte der 2000er Jahre immer mehr zu einem Gremium, das gemeinsame Aktivitäten der beiden Bischofskonferenzen anstößt sowie den Austausch zu Anliegen und Aufgaben der Kirche in Polen und Deutschland für eine gute Zukunft der Weltkirche und der europäischen sowie der internationalen Gemeinschaft pflegt.

Hinweis:

Das Foto der Deutsch-Polnischen Kontaktgruppe kann – unter Nennung des Copyrights – kostenfrei genutzt werden.

24-Stunden-Gebet zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen

Am kommenden Sonntag (12. Mai 2019) begeht die katholische Kirche den Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Mit der 24-Stunden-Gebetsaktion „Werft die Netze aus“ plant die Berufungspastoral in Deutschland das Gebet um Berufungen wieder neu ins Bewusstsein zu rufen.

Verantwortlich für den Weltgebetstag ist in Deutschland das Zentrum für Berufungspastoral, eine Arbeitsstelle der Deutschen Bischofskonferenz. Dessen Leiter, Pfarrer Michael Maas, freut sich, dass bereits jetzt das Netzwerk an vielen Orten in Deutschland funktioniert: „Insgesamt haben sich bisher an ca. 275 Orten Beterinnen und Beter auf der interaktiven Seite www.werft-die-netze-aus.de  eingetragen, die dieses wichtige Anliegen tragen und damit dem Auftrag Jesu, um Arbeiter im Weinberg zu beten (vgl. Mt 9,38) entsprechen wollen. Aus Rückmeldungen, die wir auf vielfältige Weise erhalten, wissen wir darum, dass die tatsächliche Zahl noch weit größer sein dürfte“, so Pfarrer Maas.

Besonders erfreulich sei, dass die Aktion in allen (Erz-)Bistümern stattfinden wird. In einigen Bistümern werden sich die Bischöfe selbst in die Gläubigen einreihen. Zugleich sind es auch viele engagierte Laien, die an zahlreichen Orten Motor für dieses Gebetsanliegen sind. Dabei ist es gelungen, Pfarreien und Seelsorgeeinheiten zu motivieren, tatsächlich 24 Stunden das Gebet durchzutragen. Pfarrer Maas betont: „Wir stellen fest, dass das Gebet um Berufungen in den vergangenen Jahrzehnten – wie auch die Berufungen in das Ordensleben oder zum Priesteramt – zurückgegangen ist. An vielen Stellen spüren wir, dass die Kirche in unserem Land der Erneuerung bedarf. Es ist schwieriger geworden, den Glauben lebendig zu halten. Negative Schlagzeilen erschweren die Bemühungen in den Gemeinden. Doch wir vertrauen darauf, dass Erneuerung der Kirche dort gelingen kann, wo wir uns Jesus Christus zuwenden und seinem Auftrag folgen.“ In diesem Sinne sei die Aktion „Werft die Netze aus“ ein Versuch, der schon jetzt positiv aufgenommen werde.


Hintergrund

Das 24-Stunden-Gebet steht unter dem Leitwort „Werft die Netze aus“: Es erinnert daran, wie Jesus Petrus und seine Gefährten aufgefordert hat, das Netz nach einer erfolglosen Nacht des Fischfangs abermals auszuwerfen (vgl. Lk 5,5). Daraufhin wagten es die Fischer erneut – und konnten die Netze vor lauter Ertrag kaum mehr einholen. Der Weltgebetstag für geistliche Berufungen wurde 1964 von Papst Paul VI. eingeführt. Pfarreien und Gläubige bringen sich seitdem im Gebet um geistliche Berufungen ein und entsprechen so der Bitte Jesu, um Arbeiter im Weinberg des Herrn zu beten (vgl. Mt 9,38).


Hinweise:

Weitere Informationen zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen finden Sie auf der Internetseite www.werft-die-netze-aus.de.

Die Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für geistliche Berufe ist als pdf-Datei unter Papstbotschaften verfügbar.

Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus 2019

Zum dritten Mal vergibt die Deutsche Bischofskonferenz den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der mit 4.000 Euro dotierte erste Preis geht an das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“ der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid-Lennep. Die beiden zweiten Preise (jeweils 3.000 Euro) erhalten die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und der Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ) für ihre gemeinsame Initiative „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ sowie die Caritas Schweinfurt für das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ und weitere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe. Mit einem „Sonderpreis für eine innovative Projektidee“ (1.500 Euro) wird das Projekt „Café Hoffnung“ der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen ausgezeichnet.

Der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg), der zugleich Jury-Vorsitzender ist, erklärt anlässlich der heutigen Veröffentlichung der Preisträger: „Der Glaube an Jesus Christus motiviert zahlreiche Menschen, sich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Durch Worte und Taten bezeugen sie, dass Hass und Menschenverachtung der christlichen Botschaft widersprechen. Der Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus verdeutlicht auch dieses Jahr wieder: An vielen Orten in unserem Land gibt es Leuchttürme des kirchlichen Engagements. Dies macht mich zuversichtlich und dankbar.“

Insgesamt sind 81 Bewerbungen und Vorschläge für den Preis eingereicht worden. Die Preisverleihung ist am 4. Juli 2019 auf der Zeche Carl in Essen. Dort wird auch der vierte Katholische Flüchtlingsgipfel stattfinden, der fremdenfeindliche Tendenzen als Herausforderung für die kirchliche Flüchtlingsarbeit in den Blick nimmt.

Erster Preis: „Global Village: Weltort Lennep“, Katholische Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz in Remscheid-Lennep
Das Projekt „Global Village: Weltort Lennep“ hat sich auf kreative und sensible Weise dem Austausch zwischen Kulturen und Generationen verschrieben. Im Zentrum stehen die Geschichten von Menschen vor Ort: in Lennep aufgenommene Flüchtlinge, Senioren aus dem Umfeld der Kirchengemeinde, Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Gruppen, Gläubige der Spanischen Mission oder Menschen in schwierigen Lebenslagen, die beim örtlichen „Lotsenpunkt“ Unterstützung suchen. Das Projekt macht erfahrbar, was Menschen unterschiedlicher Herkunft und Prägung verbindet. Der persönliche Austausch wird zu einer Stadtführung weiterentwickelt, die in Gesprächen, im szenischen Spiel und durch kulinarische Spezialitäten von der Vielfalt des Lebens im Quartier erzählt. Dabei zeigt sich: Geschichten aus Lennep sind Weltgeschichten. Eine besondere Stärke des Projekts, das vom „Engagementförderer“ der Katholischen Pfarrgemeinde St. Bonaventura und Hl. Kreuz geleitet wird, liegt in der Vernetzung von Akteuren, zwischen denen es sonst nur wenige Berührungspunkte gäbe. Mit „Global Village: Weltort Lennep“ eröffnen die Pfarrgemeinde und der von ihr getragene „Lotsenpunkt“ Räume des Austauschs, die der gesamten Stadtgesellschaft zugutekommen. An die Stelle abstrakter Stereotypen tritt konkrete menschliche Wertschätzung.

Zweiter Preis: „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“, Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) und Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland (BDAJ)
Bei „Tacheles! Klare Kante gegen Extremismus“ handelt es sich um ein interreligiöses Kooperationsprojekt, das junge Menschen für Fragen des Antisemitismus und Extremismus sensibilisieren und zur aktiven Mitgestaltung einer weltoffenen, pluralen Gesellschaft befähigen will. Im Laufe des Projekts haben Jugendliche und junge Erwachsene gelernt, als Multiplikatoren Schulungen anzubieten. Von besonderem Wert sind die interreligiösen und interkulturellen Begegnungen unter Jugendlichen, die ein Kennenlernen über Grenzen hinweg ermöglichen und Vorurteile abbauen helfen. Durch den Austausch mit der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD) verfolgt das Projekt auch einen „trialogischen“ Ansatz. Für Ende 2019 ist eine gemeinsame pädagogisch begleitete Gedenkstättenfahrt geplant.

Zweiter Preis: Engagement der Caritas Schweinfurt: „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ und weitere Aktivitäten in der Flüchtlingshilfe
Der Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Schweinfurt engagiert sich in besonderer Weise für die Anliegen von Geflüchteten und die Überwindung fremdenfeindlicher Ressentiments. Dabei besteht eine enge Kooperation mit lokalen Partnern: der Citypastoral Schweinfurt, der Diakonie, Vereinen, Verbänden, Schulen und kommunalen Einrichtungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Das Projekt „Lesekoffer Flucht und Vertreibung“ eröffnet Lesern einen persönlichen Zugang zu den Gründen, Schrecken und Ursachen von Flucht und Vertreibung. Neben der Vermittlung von Faktenwissen geht es vor allem darum, Empathie zu wecken, Vorurteilen entgegenzuwirken und Verständigung zu ermöglichen. Ein weiteres Projekt ist die Kinderbetreuung im Schweinfurter Anker-Zentrum, die maßgeblich von Ehrenamtlichen unterstützt wird. Unter den widrigen Umständen einer Großunterkunft wird ein Ort der gemeinsamen Erfahrung und des gegenseitigen Vertrauens geschaffen.

„Sonderpreis für eine innovative Projektidee“: „Café Hoffnung“, Katholische Akademie des Bistums Dresden-Meißen
Das Projekt „Café Hoffnung“ versteht sich als „Wanderakademie gegen die Angst“. Herzstück des Konzepts ist ein sogenanntes „Café-Mobil“, das durch Sachsen fährt, um auf Wochenmärkten und Gemeindefesten den Austausch über kulturelle und religiöse Unterschiede anzuregen. Daneben werden im jeweiligen Ort Abendveranstaltungen sowie Workshops für Verbände und Unternehmen durchgeführt. Während sich die Angebote der Akademie ansonsten auf die Universitätsstädte Sachsens konzentrieren, eröffnet das Projekt Diskussionsräume im ländlichen Raum und erreicht dabei Menschen unterschiedlicher Bildungsniveaus und Altersgruppen. Der Name des Cafés ist Programm: Statt Hass soll die Hoffnung in den Mittelpunkt des kulturellen und religiösen Miteinanders gestellt werden. Nach einer Aufbauphase 2018 lud das Café-Mobil im März 2019 beim Ostritzer Friedensfest erstmals zu einer Begegnung ein. Inzwischen folgten öffentliche Veranstaltungen in Bautzen, Zwickau und Chemnitz. Bis Ende 2020 sind zahlreiche weitere Veranstaltungen geplant.


Hintergrund

Auf Anregung der Migrationskommission lobte die Deutsche Bischofskonferenz Anfang 2015 zum ersten Mal den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus aus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus bzw. für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken.

Die Mitglieder der Jury sind:

Erzbischof Dr. Stefan Heße, Vorsitzender der Jury
Erzbischof von Hamburg, Vorsitzender der Migrationskommission und Sonderbeauftragter für Flüchtlingsfragen

Gabriele Erpenbeck
Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche

Bettina Jarasch
Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, Sprecherin des Sachbereichs „politische und ethische Grundfragen“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)

Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl
Professor für Theologische Ethik an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin, Mitglied des Deutschen Ethikrats

Prälat Dr. Peter Neher
Präsident des Deutschen Caritasverbandes

Dr. Heribert Prantl
ehem. Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung

Barbara Stamm
Präsidentin des Bayerischen Landtags a. D.

Dr. h. c. Wolfgang Thierse
Bundestagspräsident a. D.


Hinweis:

Weitere Informationen zum Preis sind auf der Themenseite „Katholischer Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus“ verfügbar.

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